Rassismus und Diskriminierung in Psychotherapie und Coaching

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob sich Psychotherapie oder Coaching bei Rassismuserfahrungen und anderen Formen der Diskriminierung von (interkultureller) Psychotherapie oder Coaching eigentlich unterscheidet? Die Antwort ist ein klares JEIN.

Ja, insofern, als dass es unterschiedliche Phasen und Ebenen in der Verarbeitung von Erlebnissen gibt, die auf besondere Art in die Entwicklung von Problemen einfließen. Und diese spielen natürlich auch in unseren Gesprächen eine Rolle. Nein insofern, als das die verwendeten Methoden in Kombination mit der Auseinandersetzung mit dem Themenkreis Rassismus, Diskriminierung und Marginalisierung weiterhelfen. Alle Verfahren sind international entwickelt und werden individuell angepasst. Die verschiedenen Ebenen der Kommunikation und Sozialisation werden mit Respekt und Achtung vor jedem Einzelnen behutsam angeboten.

KLAR SEHEN. KLAR WERDEN. KLAR KOMMEN.

Ich biete Coaching, Mediation und Psychotherapie im Zentrum von Bonn an.

Was ist Rassismus, was ist Diskriminierung?

Diskriminierung

Vereinfacht bedeutet das Wort Diskriminierung, dass man einen Unterschied macht. Dieser Unterschied wird von Anderen auf eine Person wegen eines oder mehrere bestimmter Merkmale hervorgehoben. Diskriminierung kann sowohl positiv wie auch negativ sein und es ist auch nie nur von Mehrheit zu Minderheit möglich, sondern auch umgekehrt. Die Hauptfrage ist: Sind wir alle uns permanent dieser Diskriminierungen bewußt? Und da lautet die klare Antwort: Nein. Sind wir nicht, weil wir das gar nicht können in unserem Alltagsleben und es wirklich wichtig wird, wenn eine oder mehrere Personen in unserem Umfeld nachthaltig negativ beeinträchtigt sind. Meistens laufen wir einfach mit, und versuchen einfach nur klarzukommen.

Rassismus und Othering

Wiederum sehr vereinfacht und verkürzt bedeutet das Wort Rassismus, dass Menschen in der Gesellschaft auf Grund ihrer Hautfarbe oder eines anderen Merkmals diskriminiert und in einer benachteiligten Position gehalten werden. Dies geschieht durch kleine kommunikative Situationen, die den Anderen zum Anderen machen (Othering).Die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen in kleinen und größeren Zusammenhängen unterscheidet sich im Vergleich zu den negativen Diskriminierungserfahrungen von Angehörigen der „normalen Mehrheitsgesellschaft“. Es entsteht eine spezifische Form von Selbstzweifeln und Einschätzungsschwierigkeiten, genauso wie eine spezifische Form von Ambivalenzen. Wie geht man z.B. mit dem Gefühl um, ge-othered zu werden, auch wenn die positive Absicht des Anderen spürbar ist? (Die klassische Bemerkung käme hier ins Spiel: „Sie können aber gut Deutsch“. Diese wiederholten, von Kindesbeinen an erlebten Situationen führen zu spezifischen Verletzungen, die bis zu Mikro-Traumatisierungen führen können.

Diskriminierung und Rassismus in Psychotherapie und Coaching

Dies führt in unserem gemeinsam Weg zu speziellen Fragen:

  • Werden die Probleme überhaupt erkannt?
  • Werden sie verharmlost oder dramatisiert?
  • Hat der/die Klient_in schon die Fähigkeit entwickeln können, diese Probleme zu benennen?
  • Ist es wirklich hilfreich eine vorurteilsbewusste oder rassismuskritische Perspektive zu einem spezifischen Zeitpunkt zu thematisieren?
  • Liegt eine grundsätzliche Dauerstress-Belastung vor?
  • Welche Strategien des Umgangs mit Ausgrenzung wurden entwickelt?
  • Zorn? Rückzug? Kompensationsmechanismen?

Es braucht eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und Eigenreflektion, um als Coach und Therapeutin bei diesen Themen hilfreich und verständnisvoll zur Seite stehen zu können. In Verbindung mit den interkulturellen Kompetenzen kann ich bei diesen Themen weiß-positionierte Menschen wie people of colour unterstützen, statt zu Diskriminierungen zu aktivieren hilfreich zu differenzieren – und damit sich und die anderen besser zu verstehen.